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Kupferfelsenbirne

Einen Baum für meinen Sohn

by Karl

Ich war nicht darauf vorbereitet, irgendwann einen Platz für die letzte Ruhe meines Sohnes finden zu müssen. Das ist nicht Teil der Aufgaben einer Mutter und wider die Natur. Man beschäftigt sich vielleicht damit, wie das mit dem eigenen Tod dann so geregelt werden könnte oder sollte.

Wie Sie wissen, lebe ich schon einige Zeit in der Schweiz; und eines Tages, als mein Sohn mich besuchte und wir auf dem Pilatus waren, sagte ich zu ihm, wie frei und leicht ich mich n den Bergen fühle, speziell im Winter. Wenn die Sonne scheint und der Schnee alles noch leuchtender und heller macht, haben Alltagssorgen keine Chance und man muss sich einfach gut fühlen und auf eine schöne Art erlöst. Wenn ich dann eines Tages sterbe, wünsche ich meine Asche gerne dort auf dem Pilatus verstreut wissen. 

Er sagte mir damals, dass er die Idee gut fände (natürlich wollte er nicht weiter über meinen Tod und die nachfolgenden Schritte reden). Er selbst fände einen Wald gut: die Bäume, das Rascheln der Blätter am Boden, der Wind im Geäst, das Leben im Wald mit all den Vögeln, Krabbeltieren, Hasen, Rehe... Die Farben, wenn die Sonne durch die Blätter scheint, die Farben im Wechsel. Und auch das Leben, das wir vom Wald erhalten wie die Luft zum Atmen, Nahrung. Ich war nicht sehr überrascht von seinen tiefer gehenden Gedanken im Grunde, aber dass er sie hatte über die Natur. Der eigene Sohn kann eben doch Seiten zeigen, die man so nicht ahnte. 

Er fand also die Idee vom Wald gut. Ich machte mir darüber nicht die Gedanken, die ich mir im Dezember dann machen MUSSTE. 

Meine Schwester fand zufällig einen Zeitungsbericht über den Ruheforst genau zu der Zeit, als wir diese Info brauchten. Ich bin Christin und halte es deshalb für ein Gotteszeichen in unserer Hilflosigkeit und Ohnmacht. Den Kontakt zu Ihnen herzustellen, liebe Frau Hafermann, erwies sich als unkompliziert und angenehm. Sie sind eine äusserst freundliche, geduldige und verständnisvolle und dabei starke Persönlichkeit.

Sie haben mir meine Ungeduld nicht übel genommen und konnten wohl erahnen, dass ich eigentlich nicht bereit war, eine Grabstätte für meinen Sohn zu wählen. Ich war längst noch nicht so weit, die Wahrheit zu anzuerkennen und die Realität zuzulassen. 

Mein Gefühl jedoch sagte mir von Beginn an, falls mein Sohn einen Platz hier haben sollte, dann keinen Nadelbaum ganz sicher (das kann ich nicht erklären), keine alte Eiche oder Buche, sondern vielleicht etwas, das Früchte trägt und seiner Beschreibung von Leben spendend noch näher kommt und ein wenig auch mehr der Natur meines Sohnes entspricht. Ich glaube, ich habe auch gleich nach einem Wildobstbaum gefragt. Das weiss ich jedoch nicht mehr sicher.

Sie haben uns ausgesprochen schöne Plätze gezeigt. Einprägsam war der, den ich letztlich gewählt habe.

Hierzu möchte ich sagen - und das ist das Wichtigste, das ich jedem in dieser Situation mitgeben will -, es ist gut, wenn Sie jemanden an Ihrer Seite haben, der Sie hält und stützt in dieser schwierigen Zeit. Das gilt auch und besonders dann, wenn Sie eine so wichtige Entscheidung treffen wie die Auswahl des Platzes. Aber treffen Sie diese Entscheidung allein und für sich und nach Ihrem eigenen Gefühl. Fragen Sie nicht Ihre Begleitung, die kann Ihnen die Entscheidung nicht erleichtern oder ganz abnehmen. Hören Sie in sich und fühlen Sie in sich und Sie werden das richtige tun. 

An einem Mittwoch entschied ich mich mit Hilfe meiner Begleitung für eine Stelle, und einen Tag später rief ich an und bat darum, meine Wahl ändern zu dürfen. 

KupferfelsenbirneNun ruht mein Sohn unter einer Kupferfelsenbirne. Er sass in meinem Traum dort auf dem Stein neben dem noch recht jungen Bäumchen und sagte: "Schau, hier ist es doch schön." Nur langsam realisiere ich, dass mein einziger Sohn für immer gegangen ist und er nicht wieder kommt und dies alles doch nicht nur ein schlimmer Alptraum ist, aus dem ich nur aufwachen muss.

Ich möchte Ihnen, liebe Frau Hafermann, und Ihrem gesamten Team danken für Ihre grosse Hilfe. Sie haben Dinge vereinfacht in einer komplizierten Zeit.

Vielen Dank

--

Susanne Weigelt

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